„Mit Maria durch die Zeit.“ Bischof Rudolf eröffnet Festwoche auf dem Mausberg
„Mit Maria durch die Zeit.“ Bischof Rudolf eröffnet Festwoche auf dem Mausberg
Bei herrlichem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen waren die Wallfahrer wieder sehr zahlreich zur Wallfahrtskirche unserer lieben Frau vom Mausberg (Pfarrei Gebenbach) gekommen. Die Wallfahrt konnte bereits im vergangenen Jahr ihr 325-jähriges Bestehen feiern.
Gleich zu Beginn der Festwoche konnte die Wallfahrt mit einem Höhepunkt aufwarten. Denn zum Eröffnungsgottesdienst wurde Diözesanbischof Rudolf Voderholzer erwartet. Bei seiner Ankunft, wurde er von Pfarrer Miachel Birner, Pfarrvikar Christian Preitschaft, sowie Diakon Dieter Gerstacker begrüßt. Diese feierten mit dem Bischof auch den Festgottesdienst zur Eröffnung. Auch Susanne Lindner hieß den hohen Gast aus Regensburg in ihrer Eigenschaft als Mesnerin, Kirchenpflegerin und inzwischen auch Bürgermeisterin in Personalunion herzlich willkommen.
Nach der Begrüßung durch Pfarrvikar Christian Preitschaft zeigte sich Bischof Rudolf sehr erfreut, dass er in diesem Jahr gleich zu Beginn der Festwoche auf den Mausberg kommen konnte. Er drückte seine Freude darüber aus, dass die Bergfestwoche in jedem Jahr auch wieder inhaltlich neugestaltet werde. Zu einem solchen Fest gehörten zwar auch die Bratwürste, aber die Mitte sei die gottesdienstliche Versammlung und die Stärkung im Glauben.
Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!
„Mit Maria durch die Zeit" In Freud und Leid - unsere Gottesmutter fühlt mit uns, so lautet das Leitwort der diesjährigen Festwoche. So stellte der Oberhirte dann auch fest, dass es ihm der Pfarrvikar sehr leicht gemacht habe, heute zu predigen. Mit dem Unterthema „Mariens gelebte Liebe zu Gott und den Nächsten – und du?“ habe er ihm bereits eine Richtung vorgegeben. Dieses Thema nehme auch Bezug auf die Tageslesung aus dem Römerbrief, in dem die Rede ist, dass die Liebe zu sich und dem Nächsten, die Erfüllung des Gesetzes sei. Wenn bei Paulus die Rede von Gesetz und Geboten sei, so meine er vermutlich nicht nur die zehn Gebote, sondern die 612 Ge- und Verbote, die jüdische Gelehrte einmal zusammengezählt hätten. Die frommen Juden, auch schon zur Zeit Jesu, hätten es sehr ernst genommen mit den Ge- und Verboten. Hintergrund der Aussagen des Apostels Paulus sei, dass man diese vielen Gebote unter einen Nenner bringen müsse, um zu erkennen, was Sinn und Ziel sei. Er formuliert es mit einem anderen Wort aus dem Alten Testament: Liebe deinen Nächten wie dich selbst, das ist die Erfüllung des Gesetzes.
Maria macht sich als Königin zur Dienstmagd von Elisabeth.
Die verschiedenen Überlieferungen aus den Evangelien zu Maria würden uns zeigen, dass Maria die Liebe zu ihren Nächsten sehr ernst genommen habe. Da sei zunächst einmal die mütterliche Liebe zu ihrem Sohn. Zusammen mit Josef nahm sie die beschwerliche Flucht nach Ägypten auf sich, um den Nachstellungen des Königs Herodes zu entgehen. Mehr noch als die Sorge um das leibliche Wohl ihres Sohnes Jesus, kümmerte sie sich um die religiöse Erziehung. Sie führte ihn langsam in den Glauben und in das Gebet Israels ein. Das Hineinwachsen in die religiöse Praxis des Volkes Israel sei Ausdruck der mütterlichen Sorge. Dies könne man schon als Nächstenliebe bezeichnen, so der Bischof. Ihre Liebe ging jedoch auch über den Kreis der Familie hinaus. Dies zeigte sich besonders bei ihrem Besuch bei der Verwandten Elisabeth. Es stehe nirgendwo im Evangelium, warum Maria den weiten, beschwerlichen Weg zu Elisabeth auf sich nahm. Vermutlich könne man davon ausgehen, dass sie zunächst einmal jemanden zum Reden brauchte. Mit Josef konnte sie ja wahrscheinlich nicht über ihre Situation sprechen, zur Mutter des Gottessohnes berufen zu sein. Außerdem sei Elisabeth in einer ähnlichen Situation gewesen. Maria habe sich in ihrer Lage nicht geschont, und hier komme wieder das Element der Nächstenliebe dazu. Sie macht sich auf den weiten Weg übers Bergland von Judäa um ihrer Verwandten zu helfen. So machte sie sich als Königin zur Dienstmagd von Elisabeth und stand ihr bei den Vorbereitungen zur Niederkunft bei.
Maria bewahrt die Hochzeitsgesellschaft vor einer Blamage
In Kana bei der Hochzeit, wo der Wein ausgeht, macht sie Jesus darauf aufmerksam und wird von ihm zunächst ziemlich barsch abgewiesen. „Frau was willst du? Meine Stunde ist noch nicht gekommen!“ Jedoch lässt er sich dann von der Mutter und ihrer mitfühlenden Sorge mit dem Brautpaar anrühren und rettet so die Hochzeitsgesellschaft. Auch dies sei ein Zeichen ihrer Nächstenliebe, stellte der Oberhirte fest.
Unter dem Kreuz gibt ihr der Herr seinen Lieblingsjünger Johannes stellvertretend für uns alle zum Kind und zum Sohn. So sei sie unser aller Mutter geworden.
Aber wie sehe es nun mit der Gottesliebe von Maria aus, fragte der Bischof. Im Evangelium vom Tag oder bei Paulus sei darüber nichts zu lesen. Man müsse dazu wissen, dass die Schrifttexte des Tages sich auf das Leben der frühen Christen untereinander beziehen. Es sei die sogenannte Gemeinderegel und darin gehe es um die belastende Erfahrung, dass es hier auch einmal Streit und Missgunst gebe. Auch das musste irgendwie geregelt werden. Das Evangelium riet dazu, den Anderen schrittweise auf seine Fehler hinzuweisen. Auch dies sei ein Ausdruck der Liebe, nicht um den Anderen schlecht zu machen, sondern um zu helfen, wieder gut zu sein. Liebe sei ja nicht ein Gefühl, dass wir uns alle sympathisch finden müssten. Liebe sei eine Kraft, die alle Dimensionen des Willens, der Freiheit und des Geistes zusammenfasse und sagt: Der Andere darf auch geliebt werden und glücklich sein, auch wenn er mir nicht sympathisch ist.
Wenn bei Paulus und im Evangelium heute nicht die Rede von Gottesliebe war, dann deshalb, weil es um Regeln ging, wie wir untereinander gut auskommen und mit Konflikten umgehen können. Dass vor dem Ganzen als großes Vorzeichen die Gottesliebe stehe, sei vorausgesetzt.
Mariens gelebte Liebe zu Gott kam vor allem im Gebet der Gottesmutter, dem Magnificat zum Ausdruck. Darin preise Maria die Größe des Herrn und sei uns dafür ein Vorbild. Der Himmel sei Gemeinschaft mit Gott und das übersteige unsere Vorstellungen. Gott habe uns bereitet, was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört habe. Nur wer sich von Gott geliebt wisse, könne letztlich die Kraft aufbringen, andere zu lieben, auch wenn diese nicht sympathisch seien. Dabei sei uns Maria ein großes Vorbild.
Aus aktuellem Anlass verwies der Bischof noch auf ein pastoraltheologisches Buch, welches über die Situation in unserem Land sehr realistisch reflektiere, mit dem Titel: „Wenn nichts fehlt, wo Gott fehlt.“ Das Buch beschreibe die Haltung nicht weniger unserer Zeitgenossen. Der Bischof wolle nicht urteilen über Menschen, die so redeten, aber bei näherem Hinsehen stellte er fest: Wenn die Gemeinschaft mit Gott der Himmel sei, dann sei das Fehlen von Gott die Hölle. Alles fehle, wenn Gott fehle! Was müsse das für ein armes Leben sein, wenn man Gott gar nicht vermisse? Wenn man sogar vergessen habe, dass man Gott vergessen habe, wie jemand es einmal ausgedrückt habe, fragte er.
Es sei auch das Ziel einer solchen Bergfestwoche, uns selber bewusst zu machen, was es für ein Geschenk sei, Gott vermittelt bekommen zu haben und an ihn glauben zu können. Deshalb könnten wir es anderen so vorleben, dass die, welche vergessen haben, dass sie Gott vergessen haben, daran erinnert würden, dass ihnen doch das Entscheidende im Leben abgeht. Wir dürften alle Gott groß sein lassen in unserem Leben und gerade darin sei uns Maria ein Vorbild, in der Gottesliebe und in der Nächstenliebe.
Am Ende des Gottesdienstes bedankte sich Pfarrvikar Christian Preitschaft beim Bischof für sein Kommen und die ermutigenden Worte seiner Predigt. Bürgermeisterin und Kirchenpflegerin Susanne Lindner dankte dem Bischof ebenso und wies darauf hin, dass das Mausbergfest in diesem Jahr etwas Besonderes sei, da es heute von Bischof Rudolf eröffnet wurde und am kommenden Sonntag durch Weihbischof Josef Graf beendet werde. Als kleinen Dank überreichte sie dem Oberhirten ein Obstkörbchen mit Obst aus dem eigenen Pfarrgarten und eine Kerze mit dem Wallfahrtsbild vom Mausberg.

In einer feierlichen Prozession zog der Bischof mit dem liturgischen Dienst in die vollbesetzte Kirche ein.

Auch der Platz im Außenbereich um die Wallfahrtskirche war sehr gut mit Gläubigen gefüllt.

Nach der geistigen Nahrung, gab es auch die Leibliche im Festzelt der Pfarrgemeinde.

Bürgermeisterin und Kirchenpflegerin Susanne Lindner bedankte sich mit einer Kerze und einem Obstkörbchen bei Bischof Rudolf für sein Kommen und seine Predigt.

Der Hochaltar mit dem Gnadenbild unserer lieben Frau vom Mausberg zu dem in diesen Tagen zahlreiche Wallfahrer pilgern.
Text und Bilder: Wolfgang Schöpf